Baustelle+Neutor%2C+Steyr

Grabenlose Technologie bringt Steyr mehr als 40% Kostenersparnis bei Altstadt-Rohrsanierungsprojekt

Steyr, am 21.06.2007. In den kommenden Sommermonaten saniert die Stadt Steyr das komplette Kanalssystem am kritischen Verkehrspunkt „Neutor“ mitten im Zentrum der historischen Altstadt. Ein „Musterbeispiel“ für den vermehrten Einsatz moderner grabenloser Technologien in Österreich.

Dr. Ute Boccioli, Geschäftsführerin der ÖGL (Österreichische Vereinigung für grabenloses Bauen und Instandhalten von Leitungen) dazu: „Das Projekt „Neutor“ in Steyr ist ein klassisches Beispiel dafür, wie durch Einsatz moderner grabenloser Technologien sowohl wirtschaftliche Vorteile erzielt werden können, als auch Menschen und Umwelt möglichst wenig belastet werden. Die grabenlose Technologie als umweltschonende und hocheffiziente Bauweise ist eine weltweit anerkannte gleichwertige Alternative zur konventionellen Bauweise im Bereich der Neuverlegung bzw. der Sanierung von Leitungen und Kanälen.“

Baustelle Neutor – eine Herausforderung in der historischen Altstadt Steyrs
Ein Evaluierungsverfahren der Steyrer Baubehörde ergab, dass das Inlinersanierungs-Verfahren eine optimale Lösung für diese komplexe Aufgabenstellung darstellen würde. Die Stadt beauftragte die Welser Spezialisten der DDS Rohrtechnik GmbH mit der Umsetzung dieses Projektes.

Bürgermeister Ing. David Forstenlechner begründete den Einsatz grabenloser Verfahren wie folgt: „Der Einsatz der modernen grabenlosen Rohrsanierungstechnologie an dieser verkehrstechnisch sensiblen Stelle der Stadt bringt uns enorme Vorteile. Wir rechnen bei diesem Teilabschnitt jetzt mit Kosten von rd. 18.000 Euro. Eine Kanalsanierung mittels herkömmlicher offener Bauweise wäre jedoch mit 32.000 Euro zu veranschlagen gewesen. Zusätzlich müssten wir dieses Teilstück bei offener Bauweise etwa drei Wochen lang sperren, mit der jetzt verwendeten Inliner-Technik sind nur geringfügige Behinderungen zu erwarten und der Verkehr kann beinahe ungehindert weiterfließen.“

200 Jahre alte Kanäle
Ing. Josef Popp, Leiter Kanalbau der Stadt Steyr, zu dieser technisch anspruchsvollen Aufgabe: „Die ältesten Kanäle der Steyrer Innenstadt wurden vor ca. 200 Jahren errichtet. Das heutige Kanalnetz umfasst 160 km, dazu kommen noch 80 km Hausanschlüsse. Bisher haben wir im Kanalbau fast ausschließlich in die Neuerrichtung von Kanalanlagen investiert, mittlerweile werden rd. 50% des Budgets für die Sanierung derselbigen ausgegeben. Wir rechnen damit, dass in naher Zukunft der Anteil der Instandhaltung und Sanierung bis auf rd. 80% des dafür vorgesehenen Budgets steigen wird.“

Das Verfahren: Sanierung mit Schlauchinliner
Im ersten Schritt erfolgt die Reinigung des Altrohres mittels Hochdruckreinigung, bei dem ein Spezialfahrzeug mit hohem Wasserdruck die vorhandenen Ablagerungen und Verkrustungen an der Rohrinnenwand entfernt. Im Anschluss daran wird ein so genannter Schlauchinliner installiert. Dabei wird ein mehrlagiger Gewebeschlauch mit Epoxydharz getränkt und dann am Beginn des Sanierungsabschnittes in das Altrohr eingestülpt. Mit Druck wird durch Inversion der Schlauch bis zum Abschnittsende unterirdisch eingebracht, wobei er sich an das Altrohr anlegt. In der Folge wird mittels Heißdampf der Schlauch ausgehärtet und er bildet damit einen perfekten Verbund mit dem Altrohr. So entsteht ein neues, qualitativ hochwertiges Rohr, welches eine mit „normalen“ Kunststoffrohren vergleichbare Lebensdauer von bis zu 50 Jahren hat.

Österreichische Vereinigung für grabenloses Bauen und Instandhalten von Leitungen