AGRULINE - Referenzbericht Trinkwasser
Planung und Ausschreibung
Die Projektplanung und Ausschreibung wurde vom Auftraggeber an das Planungsbüro Hitzfelder und Pillichshammer vergeben. Die Leitungen zum Transport des Wassers von und zum Behälter (insgesamt ca. 1500m) wurden auf den Außendurchmesser 560 mm und einem maximal zulässigen Betriebsdruck von 10 bar dimensioniert. Da sich eine Querung der Autobahn mit den Hauptleitungen nicht vermeiden ließ, entschied man sich in diesem Bereich für das effiziente und kostengünstige Horizontalspülbohrverfahren. Die Fa. RBS Rohrleitungsbau wurde mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt.
Installation mittels Spülbohrverfahren
Für die Installation mittels Spülbohrverfahren (Querung der Autobahn) als auch für die Verlegung im Rohrgraben wurde das AGRU Sureline® mit Schutzmantel-Rohr Dim. 560 mm SDR 17 gewählt. Ausschlaggebend dafür waren die hervorragenden Eigenschaften von PE hinsichtlich Flexibilität, einfach und schnell herzustellender längskraftschlüssiger Schweißverbindungen als auch das geringe Gewicht.
Dieses ÖVGW geprüfte Spezialrohr besteht aus einem hochwertigen PE 100-RC Rohr als Basis (nach EN 12201/ EN 1555) mit zusätzlich widerstandsfähigem PP Schutzmantel gegen Kratz- und Riefenbildung. Es wurde speziell für extreme Anforderungen an die Rohrwand entwickelt (z.B. Riefen während dem Einzug bei alternativen Verlegemethoden wie Spülbohren oder Berstlining, aber auch Punktlasten bei der Verlegung im Rohrgraben ohne Sandbett).
Es wurden insgesamt 1500 m Schutzmantelrohr geliefert. Die Stangenware wurde in der Nähe der Einzugsstelle gelagert und mittels Heizelementstumpfschweißen verbunden. Der Schutzmantel wird bei diesem Produkt bereits werkseitig von AGRU vorabgemantelt (nur für Heizelementstumpfschweißen!), sodass keine weiteren Vorbereitungsarbeiten nötig sind. Nach Durchführung der Schweißung (entsprechend DVS 2207-1) füllt der Schweißwulst die abgemantelten Rohrenden komplett aus. Dadurch entsteht eine saubere und ebene Oberfläche ohne Schwachstellen, was für das Einziehen des Rohres vorteilhaft ist.
Im gesamten Bereich des Bauvorhabens fanden sich schwachbindige- bis bindige Mischböden der Bodenklasse G2/G3. Das Bohrwerk und die Maschinenparameter zum Spülbohren wurden dementsprechend angepasst und vorbereitet. Zuerst wurden zwei Pilotbohrungen (ca. 150 mm Durchmesser) mittels gesteuertem Vortrieb (permanente Ortung des Bohrkopfes) durchgeführt, um diese daraufhin entsprechend dem Rohrdurchmesser zu vergrößern. Um die Schutzmantelrohre mit Außendurchmesser 560 mm in die Bohrkanäle einziehen zu können, wurden die Pilotbohrungen in jeweils 4 Arbeitsgängen mit einem „Räumer“ (Aufweit-Bohrkopf) auf einen Durchmesser von 750 mm aufgeweitet. Das Bohrgestänge hat einen geringeren Durchmesser als der Bohrkopf, somit entsteht ein Ringraum. Durch das Gestänge wird eine Bentonit-Bohrspülung zum Bohrkopf gepumpt, wo diese austritt und das Kleinmaterial durch den Ringraum zurück ausspült. Weiters dient das Bentonit auch zum Kühlen des Bohrkopfes, als Schmiermittel und zur Stabilisierung des Bohrkanals.
Als nächster Arbeitsschritt wurde der Räumer in der Startgrube mit den bereits vorgeschweißten, je 125 Meter langen Rohrsträngen verbunden und rückwärts bis zur Zielgrube eingezogen. Statt klassischem Bentonit wurde hier eine spezielle Drillmix-Bohrspülung gepumpt. Drillmix ist eine Zement-Bentonit Mischung, die im Ringspalt der Bohrung verbleibt und aushärtet. Aufgrund der hohen statischen Anforderung an die Rohrleitung, ausgehend von der darüber liegenden Autobahn, ist diese Maßnahme nötig. Der Einzug der Rohrstränge dauerte jeweils ca. 2 Stunden. Die maximale Zugkraft auf den Rohrstrang während des Einzuges betrug ca. 25 t. Unter den vorherrschenden Bedingungen ergibt sich eine errechnete maximal zulässige Zugkraft von ca. 70 t. Das AGRU Sureline® mit Schutzmantel-Rohr in dieser Dimension hat hier also immer noch genügend Reserven übrig und wurde in keinster Weise überbeansprucht.
Nach dem Einzug der Rohre wurde die Oberfläche des Schutzmantels in der Zielgrube begutachtet. Riefen und Kratzer von max. 1,5 mm Tiefe waren ersichtlich. Bei einer Schutzmanteldicke von 3 mm ist die Unversehrtheit und absolute Betriebstauglichkeit des PE 100-RC Innenrohres sichergestellt.
Der Spülbohrabschnitt konnte nun abgeschlossen werden. Die weitere Verlegung der Rohrleitung erfolgte in der konventionellen Grabenbauweise. Die geraden Abschnitte der Rohrleitung wurden größtenteils mit Heizelementstumpfschweißung, und die einzelnen Segmente mittels Heizwendelschweißung verbunden.
Hierzu kamen mechanisch gefertigte E-Muffen DA 560 SDR17 von AGRU zum Einsatz. Aufgrund des bifilaren Designs (2 getrennte Heizzonen - beide Seiten können getrennt voneinander geschweißt werden) konnten die Rohre auf einer Seite vorgeschweißt werden. Diese Vorgehensweise hat den Schweißprozess im Rohrgraben deutlich vereinfacht und verkürzt.
Für Richtungsänderungen der Rohrleitung wurden gedrückte Bögen verwendet. Aufgrund des großen Biegeradius ergeben sich sehr gute Strömungseigenschaften und geringe Druck-verluste in der Rohrleitung.
Die Rohrleitung wird mittels Flanschverbindung an das Hochbehälterbauwerk angeschlossen.
Das Bauvorhaben verlief bisher nach Plan und zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Die Fertigstellung wird mit Oktober 2015 erwartet.